Die Kopflaus lebt fast ausschließlich im Haupthaar. Ihre Eier, häufig als „Nissen“ bezeichnet, klebt sie an die Haare in unmittelbarer Nähe zur Kopfhaut. Dort herrschen die für die Entwicklung günstigen Temperaturen. Kopfläuse sind etwas kleiner als Kleiderläuse und werden etwa 2,5 bis 3 mm groß. Ein Weibchen legt im Laufe seines Lebens meist etwa 90 bis 140 Eier. Die Entwicklung vom Ei über mehrere Nymphenstadien bis zur erwachsenen Laus dauert etwa 2 bis 3 Wochen.
Kopfläuse werden fast immer durch direkten Haar-zu-Haar-Kontakt übertragen. Deshalb treten sie besonders häufig bei Kindern in Kindergärten, Schulen und anderen Gemeinschaftseinrichtungen auf. Eine Übertragung über Mützen, Bürsten, Kämme, Kissen oder gemeinsam genutzte Garderoben ist möglich, spielt aber im Vergleich zum direkten Kopfkontakt eine deutlich geringere Rolle.
Läuse saugen regelmäßig Blut. Der Speichel der Laus kann beim Menschen Juckreiz, Rötungen und kleine Quaddeln auslösen. Durch Kratzen können sich die betroffenen Hautstellen zusätzlich entzünden. Ein Läusebefall hat nichts mit mangelnder persönlicher Hygiene zu tun — auch frisch gewaschene Haare können befallen werden.
Unbehandelt kann sich ein Kopflausbefall schnell ausbreiten, da neue Läuse nach wenigen Wochen wiederum Eier legen. Deshalb ist eine konsequente und rechtzeitige Behandlung wichtig.
WAS TUN?
Vorbeugen
Eine absolut zuverlässige Vorbeugung gegen Läuse gibt es nicht. Besonders Kopfläuse werden hauptsächlich durch direkten Haar-zu-Haar-Kontakt übertragen. Kinder sollten deshalb möglichst vermeiden, beim Spielen, Kuscheln oder gemeinsamen Anschauen von Büchern und Bildschirmen die Köpfe eng zusammenzustecken, wenn in der Gruppe ein Befall bekannt ist.
Persönliche Hygiene schützt nicht sicher vor einem Befall. Sie erleichtert aber das frühzeitige Erkennen und die vollständige Beseitigung. Regelmäßiges Kontrollieren der Haare, besonders hinter den Ohren, im Nacken und in Kopfhautnähe, ist bei bekannten Fällen in Schule oder Kindergarten sinnvoll.
Getrennte Aufbewahrung von Mützen, Schals und Jacken kann das geringe Risiko einer Übertragung über Textilien zusätzlich reduzieren. Der wichtigste Punkt bleibt jedoch: Bei einem bestätigten Befall müssen enge Kontaktpersonen informiert und gegebenenfalls ebenfalls kontrolliert werden.
Bekämpfen
Da heute im Alltag vor allem die Kopflaus praktische Bedeutung hat, beziehen sich die folgenden Hinweise in erster Linie auf Kopfläuse. Für Kleider- und Filzläuse gelten teilweise andere Maßnahmen.
Bei Kopfläusen sollte zuerst geprüft werden, ob lebende Läuse oder entwicklungsfähige Eier vorhanden sind. Dafür eignet sich ein feiner Läuse- oder Nissenkamm. Besonders zuverlässig ist das nasse Auskämmen mit Haarpflegespülung, da sich die Läuse dadurch langsamer bewegen und leichter erfassen lassen.
Zur Behandlung sollten nur dafür vorgesehene und zugelassene Kopflausmittel verwendet werden. Wichtig ist, die Gebrauchsanweisung genau einzuhalten. Viele Behandlungen müssen nach einigen Tagen wiederholt werden, weil nicht jedes Mittel alle Eier sicher abtötet. Eine zu frühe, zu späte oder ausgelassene Wiederholungsbehandlung ist eine häufige Ursache dafür, dass der Befall bestehen bleibt. Nissen können mit einem Nissenkamm ausgekämmt werden. Hausmittel wie Essigwasser oder Natron können das Kämmen im Einzelfall erleichtern, ersetzen aber keine zuverlässige Behandlung gegen Kopfläuse.
Textilien müssen bei Kopflausbefall nicht mit großem Aufwand desinfiziert werden. Sinnvoll ist es, Gegenstände zu behandeln, die in den letzten ein bis zwei Tagen engen Kontakt mit dem Kopf hatten, zum Beispiel Mützen, Kissenbezüge, Schals, Kuscheltiere oder Haarbürsten.
Geeignete Maßnahmen sind:
- Waschen bei mindestens 60 °C, sofern das Material dies verträgt.
- Alternativ heißes Trocknen im Wäschetrockner, wenn dafür geeignet.
- Nicht waschbare Gegenstände für mehrere Tage in einem verschlossenen Beutel aufbewahren.
- Kämme und Bürsten gründlich reinigen.
Von Behandlungen mit Föhn, Backofen oder Sauna ist abzuraten, da sie unsicher sein können und je nach Material Brand- oder Verletzungsgefahr besteht.
Bei Kleiderläusen steht die Behandlung der Kleidung im Vordergrund. Kleidung, Bettwäsche und Decken sollten gewechselt und gründlich gewaschen oder anderweitig sicher entlaust werden. Zusätzlich ist sorgfältige Körperhygiene wichtig.
Bei Filzläusen sollten die betroffenen Körperstellen mit dafür geeigneten Mitteln behandelt werden. Enge Kontaktpersonen beziehungsweise Sexualpartner sollten informiert und gegebenenfalls mitbehandelt werden. Bei Befall von Wimpern oder Augenbrauen sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.